Samstag, 18. September 2010

Sommer, Sonne, Sonnenschein…

(eine Kurzgeschichte einmal ohne dicke Karpfen)

Der Asphalt glüht, die Wiesen sind eher braun als grün und das Wasser scheint in kürze überzukochen. Ja der Sommer ist da. Die eher „zähe“ Zeit für alles Beschuppte ist übers Land gezogen. Macht es jetzt Sinn am Wasser zu sein und sich die Stunden mit warten totzuschlagen? Für viele Angler ist jetzt die Zeit gekommen das Angeln eher weniger streng zu betreiben. Die die am Wasser sind, sind oft mehr im Wasser unterwegs als die Karpfen auf der Matte. Ich habe heuer erstmals beschlossen die Ruten inklusive Tackle weiter hinten im Keller zu lagern. Erstens erlaubte es mir der Beruf nicht am Wasser Tage lang zu sitzen und zweitens brauchte ich mal eine Auszeit. Eine Auszeit die mir wie gerufen kam. Es gab Dinge zu klären, die bessere Hälfte hat auch Zeit verdient und der Urlaub in Kroatien war doch auch ganz nett. Natürlich konnte ich es nicht ganz lassen, waren doch 3 Nächte über den gesamten Sommer dabei. Doch da bemerkte ich, dass es nicht viel Sinn hat tagelang am Wasser einen oder vielleicht zwei Fische auszusitzen. Sie fressen ohnehin nicht. Ich war Mitte Juli eine Nacht auf einem meiner Hausgewässer. 31!!! Grad Oberflächentemperatur…da stellt sich die Frage nicht mehr ob die Fische im Fressrausch sein könnten. Einige meiner Freunde klagten über schlechte Fangstatistiken, über trockene Kescher und wenig Bewegung am Wasser. Klar der ein oder andere Fisch war dabei, den sie sich angesichts dieser Tatsachen auch bestimmt verdient haben. Doch im Nachhinein weiß ich jetzt das ich nicht wirklich viel versäumt habe.

So verbrachte ich den Sommer eben mit Freundschaften pflegen, im Job Gas zu geben, das ein oder andere Unerledigte zu erledigen usw… Man mag gar nicht glauben dass es ohne auch funktioniert. Es hat mir sehr gut getan einmal Abstand zum Angeln zu gewinnen.

Die ersten kälteren Tage zogen herein. Es war ein Sonntag, ich schlief mich aus und genoss den „Guten Morgen Glimmstängel“ auf der Terrasse. Ich inhalierte die frische Luft, die Luft die meinen ganzen Körper, den Geist in mir weckte. Ich wusste, dass jetzt der Zeitpunkt gekommen ist die Abstinenz dem Wasser gegenüber zu beenden. Es war ein kurzer magischer Augenblick, als ob mir Irgendwer sagen wollte dass es jetzt Zeit ist wieder loszuziehen. Plötzlich war der Trieb wieder da, der unbedingte Drang ans Wasser. Ein herrliches Gefühl welches ich in dieser Form noch nicht kannte. Jetzt kommt die Zeit wo das Rundherum am Wasser wieder so malerisch schön ist, dass ich am liebsten jeden Tag draußen sein möchte. Das saftige Grün im Wald und auf den Wiesen verwandelt sich in ein Farbenschauspiel der Sonderklasse. Die warmen drückenden Tage weichen den kalten frischen Tagen. Das Wasser kühlt jetzt wieder auf Temperaturen ab, die unserem geliebten Wasserwild signalisiert Reserven für den schweren kalten Winter anzufressen. Die Ufer werden überschaubarer, es kommt die ruhigere Zeit am Wasser. Und fällt schlussendlich der erste Schnee weiß ich dass meine geliebte Zeit da ist. Die Zeit um meinem Hobby dem „Karpfenangeln“ wieder mit Leib und Seele nachzugehen.

In diesem Sinne schöne und vor allem starke Herbsttage…
Euer Pirsti

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